Zwaagdijk, den 31. Juli 2005

An:       Julia Adrianusovna Wiering

          Adresse von Olga Penner-Sanotskaja

          Haardter Weg 1

          54689 Daleiden, Deutschland

 

Liebe Julia, Liebe Tochter von mir,

 

Vorgestern hätte ein von den schönsten Tagen vom meinem Leben, und auch ein von den schönsten Tagen vom deinem Leben, bekommen sollen. Aber leider ist Freitag geendet in einem Alptraum. Papa war Donnerstag schon angereist nach Deutschland um sicher davon zu sein das ich rechtzeitig anwesend sein wurde um dich endlich mal zu sehen zu bekommen. Leider musste Papa Freitag morgens im Clemens-August-Krankenhaus in Bitburg aufgenommen werden. Nachdem der Notarzt mich gesehen hat, habe ich viele Untersuchungen Untergängen und Papa musste dann aufgenommen werden auf der Intensivstation. Papa war vollgehangen mit Schlangen und Drähten und es gab viele Ärzten herum. Papa musste auch zwei verschiedene Sorten Pillen schlucken, oft Blut geben für Untersuchungen, viele Spritzen bekommen usw. Die Ärzten haben mir erzählt das ich absolut nicht zum Verabredung mit dir gehen konnte, und wenn der erste Arzt erzählte das ich sicher dort im Krankenhaus bleiben soll, musste ich weinen. Dann hat die Arzt noch gefragt warum ich weinte, und erst später konnte ich antworten. Zum Glück hat die Lage von Papa sich Freitag spät am Abend verbessert. Samstag Vormittag dürfte Papa die Intensivstation schon verlassen. Ich dürfte dann nach einem normalen Zimmer im Krankenhaus gehen und wenn es gut gehen wurde dürfte ich Sonntag Vormittag das Krankenhaus in Bitburg verlassen. Aber ich habe bei den Ärzten darauf an gedrungen um Samstag schon nach Hause reisen zu dürfen, und dann hat man mir gehen lassen. Seit gestern Abend bin ich wieder zurück in den Niederlanden, und jetzt geht es zum Glück wieder gut mit Papa.

 

Ich werde heute noch an Herr Urmes vom Jugendamt durchgeben, dass eine neue Verabredung mit dir gemacht werden sollte, und dann hoffe ich das nächstes mal alles klappt.

 

Julia, du hast auch ein Fach in der Schule über die Katholische Religion. Das hat Mama einmal zu mir geschrieben und es hat mir sehr gefreut das du etwas lernst über Religion. In August 1993 wollte ich dich gerne taufen lassen in der Katholischen Kirche in Moskau, aber wie du wahrscheinlich weist ist es mir nicht gelungen Mama zu überreden. Ich möchte an dir ein Zitat aus der Bibel geben die ich in 1991 auch schon mal an Mama vorgelesen habe. Es ist einen Zitat aus dem Neuen Testament, aus dem Brief von Paulus an den Epheser, Kapitel 6, Vers 11-12 (Übersetzung von Prof. Dr. Josef rzinger):

“Zieht an die Vollrüstung Gottes, damit ihr bestehen könnt gegenüber den Anschlagen des Teufels! Wir haben ja nicht zu kämpfen gegen Fleisch und Blut, sondern gegen die Mächte, gegen die Gewalten, gegen die Weltherrscher dieser Finsternis, gegen die Geister des Bösen im Reich der Himmel.”

Papa war zum Gericht gegangen um zu versuchen dich endlich mal zu sehen zu bekommen und um zu versuchen dich auch in Deutschland, mit Hilfe von deiner echten Geburtsurkunde, unter deinen eigenen Geburtsname zu registrieren. Es ist einen Kampf gegen Richtern, Staatsanwälte und andere blöde Behörden und gegen Rechtsanwälte (Fleisch und Blut). Es ist einen Kampf der Papa auch nie gewinnen kann in Deutschland weil es in Deutschland leider überhaupt keine Gerechtigkeit gibt. Die andere Kampf worüber Paulus redet werd am Ende sicher gewonnen von den Menschen die für das Gute gewählt haben. Alle Menschen (inklusive du) haben immer eine freie Wahl zwischen den schwierigen Weg des Gutes und der einfache Weg des Böses. Julia, auch wenn Papa nicht mehr dabei sein sollte wenn du Gros bist: du sollst nie vergessen was Paulus vor 2000 Jahr an uns gelernt hat.

Liebe Julia, ich denke jeden Tag an dir und ich freue mich sehr dich zu sehen zu bekommen,

xxx  dein Papa

 

Andre Wiering

De Gracht 25

1684 NR Zwaagdijk, Holland